possitopia

Über uns

Utopien stellen eine ideale, aber geschlossene Welt dar. Was Dystopien betrifft, sind sie dazu da, die Ängste einer Zeit widerzuspiegeln. Allerdings ist es durchaus möglich, diese Felder zu öffnen, indem ‚Possitopien‘ beschrieben werden […].

Pablo Servigne, Raphael Stevens und Gauthier Chapelle
aus dem Französischen: Une autre fin du monde est possible, Seuil, 2018, S. 173

 

 

To be possitopian is to expand the cone of possible futures.

Bridget McKenzie, Climate Museum UK
in Explaining possitopia

 

 
 

manifest

Wir leben in einer Zeit tief miteinander verflochtener globaler und systemischer Krisen.

Eines steht fest: Menschliche Aktivitäten haben auf globaler Ebene einen drastischen Einfluss auf den Zusammenbruch der Biodiversität, die Klimaerwärmung und andere ökologische Umwälzungen. Dennoch scheint es uns als Spezies nicht zu gelingen, echte Alternativen anzubieten. In einer Art kollektiver Verdrängung beharren wir darauf, entgegen jeglicher Gesetzmäßigkeiten des Gleichgewichts des Lebens zu handeln und zerstören dabei nach und nach die Grundlagen unserer eigenen Existenz.

Unsere Lebensweisen, unsere Art zu wohnen, zusammenzuleben, zu produzieren, zu konsumieren, Ressourcen zu nutzen und Energieflüsse zu steuern, sind nicht mehr im Einklang mit dem wissenschaftlichen Wissen, das wir doch so brillant erworben haben. Hinzu kommen politische und wirtschaftliche Krisen, Pandemien, wachsende Ungleichheiten, soziale Spannungen und bewaffnete Konflikte, Desinformation, Macht- und Dominanzstrukturen, sowie Logiken von Ausbeutung und Ausgrenzung. Wie können wir unter diesen Umständen die Zukunft unserer Spezies gestalten? Künstliche Intelligenz, Rückkehr zur Natur, technologische Innovationen, Genügsamkeit, Geoengineering, Degrowth, vernetzte Systeme, Permakultur, die Besiedelung des Weltalls?

Wenn die Menschheit bis heute überlebt hat, dann dank ihrer Anpassungsfähigkeit, ihrem Sinn für Gemeinschaft und Zusammenarbeit, ihrer Kreativität und ihrem Einfallsreichtum. In diesem Sinne hat sich das Kollektiv possitopia zum Ziel gesetzt, mögliche Zukünfte gemeinsam zu erforschen – durch kreative Workshops, partizipative Projekte und immersive künstlerische Veranstaltungen.

Jenseits des reduzierenden und begrenzenden Dualismus von Utopie und Dystopie bedeutet, in Possitopien zu denken, auf kritische, pragmatische und zugleich realistische Weise das Beste zu imaginieren, ohne das Schlimmste außer Acht zu lassen. Die Methode possitopia lädt dazu ein, nicht-lineare, adaptive und fraktale Ansätze zu übernehmen, um Zukünfte zu gestalten, in denen Niedergang und Regeneration miteinander verbunden sind, anstatt sie als Gegensätze wahrzunehmen.

Unsere Projekte sind eine Einladung, die Komfortzone zu verlassen, unsere Beziehung zur Welt, zu uns selbst und zum Lebendigen zu hinterfragen, mögliche Zukünfte zu eröffnen, neue Praktiken zu erkunden und an der Gestaltung neuer Erzählungen mitzuwirken – Erzählungen, die wir Menschen dringend benötigen.

Durch partizipative künstlerische Kreationen möchten wir bereichernde, kraftvolle und kathartische Erfahrungen ermöglichen, Momente der Gemeinschaft schaffen, Räume für Experimente eröffnen und uns die intellektuellen und kreativen Werkzeuge an die Hand geben, um gemeinsam neue Lebensweisen auf der Erde zu erkunden. Unser Ansatz ist zugleich intellektuell, körperlich, emotional, relational und ästhetisch.

Wir lehnen den Status quo, die Lähmung, den Fatalismus und die Abschottung ab. Durch unsere Arbeit möchten wir dazu beitragen, eine freie, bewusste, emanzipierte, einfallsreiche, resiliente, wohlwollende und solidarische Menschheit zu fördern, die den großen Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Wir wollen Ideen und Perspektiven fusionieren. Dualismen und Widersprüche überwinden. Grenzen zwischen Disziplinen, zwischen Künstler:innen und Publikum, zwischen Produzent:innen und Konsument:innen auflösen. Wissen, Vorstellungen, Glaubenssysteme, Erzählungen und Künste hybridisieren. Lernräume schaffen, Vertrauen in unsere Handlungsfähigkeit stärken und so unsere Ängste überwinden. Persönliche Verantwortung, Kreativität und kollektives Handeln fördern.

Wir glauben an das transformative Potential der Vorstellungskraft.

Wer wir sind

possitopia ist in erster Linie ein Kollektiv, das 2020 in Berlin gegründet wurde – mitten in der COVID-19-Pandemie – und sich um eine gemeinsame Vision, gemeinsame Werte und ein gemeinsames Engagement versammelt hat. Nachdem wir bereits in der Vergangenheit bei verschiedenen Veranstaltungen zusammengearbeitet hatten, beschlossen wir, unsere vielfältigen Fähigkeiten und Erfahrungen zu bündeln, um diesem neuen Projekt mit partizipatorischer und transformativer Ausrichtung Gestalt zu geben. Bis 2023 konzentrierten sich unsere Aktivitäten auf die Stadt Berlin, unser gemeinsames Zuhause, und wurden vom gleichnamigen Verein possitopia e.V. koordiniert. Inzwischen sind wir über den Kontinent verstreut und streben danach, in verschiedenen, auch ländlichen Regionen tiefe und nachhaltige Wurzeln zu schlagen.

Was wir tun

Wir fördern die künstlerische Zusammenarbeit und künstlerische Projekte zu Themen rund um den menschengemachten Klimawandel und dessen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft.

Wir organisieren und kuratieren Kunst- und Kulturveranstaltungen mit einem Fokus auf bildende Kunst, Theater, Performance, Fotografie, Musik, Film, Literatur, Tanz, Kulinarik und Diskurs, welche zum Reflektieren, Erkunden und Experimentieren von möglichen Zukünften einladen.

Wir vermitteln Wissen und kreative Praxis durch Workshops und interaktive Veranstaltungen.

Tragen wir den Schlüssel zur Veränderung womöglich bereits in uns selbst?

Unterstützen

Das Projekt und Kollektiv possitopia wird getragen vom gemeinnützigen Verein FMR. Angesichts des gegenwärtigen Klimanotstands wollen wir Bewusstsein schaffen, Perspektiven eröffnen, Kreativität und kollektives Handeln fördern sowie Empowerment-Prozesse in Gang setzen.